Stege

Seit meiner Ausbildung als Geigenbauerin bin ich fasziniert von den unterschiedlichen Aspekten dieses Berufs. Trotzdem ist eine gewisse Spezialisierung sinnvoll, um die beste Qualität in der Arbeit zu erreichen. Restauration und Neubau habe ich als meine Schwerpunkte gewählt.

Restauration fasziniert mich, weil man bei jedem Instrument auf eine ganz neue Herausforderung trifft, jedes Mal individuelle Lösungen suchen muss und die Arbeitsmethoden sich dauernd weiter entwickeln. Mit grosser Freude arbeite ich an einem alten Instrument, welches Jahrhunderte miterlebt hat und seine eigene Entstehung und Geschichte erzählt. Ihm gerecht zu werden versuche ich, indem einerseits soviel Orginalmaterial, wie möglich erhalten bleibt und andererseits optimale Bedingungen geschaffen werden, damit es auch in Zukunft in den Händen weiterer Musiker weiterklingen kann.

Neubau ist mein Ausgleich zur Restauration. Hier darf ich selber entscheiden, welchen Stil ich mag, wie ich arbeiten will und welches Modell ich wähle. Klassische Meister inspirieren mich und das ständige Studium deren Arbeit wird durch den Schwerpunkt Restauration ermöglicht. Genauso wichtig ist es mir jedoch, einen eigenen Stil zu finden, ebenfalls beeinflusst durch andere Kunstformen und die Zeit, in der ich lebe. Dabei kann ich hoffen, dass das so entstandene Instrument seine eigene Geschichte erleben darf. Ich versuche, ihm einen eigenen Charakter zu geben, damit es den Spieler herausfordert und ihn zum gemeinsamen Musizieren anregt.

Sowohl in der Restauration wie auch im Neubau ist die Klangeinstellung ein ganz wichtiger Teil, der sowohl in der eigentlichen Arbeit, wie auch am Ende mit dem Musiker zusammen an allererster Stelle berücksichtigt wird. Während meiner Lehr- und Gesellenjahre habe ich Einsicht erhalten in ganz unterschiedliche Klangideale und Einstellungsmethoden, welche ich seither vergleiche und weiter verfolge. Dadurch hoffe ich, für jeden Spieler und sein Instrument optimalen Bedingungen zu schaffen.

© Julia van der Waerden | 2010-04-28 | webdesign: peripteros